Tschetschenien heute -  und was unsere Arbeit im Arbeitskreis dazu betrifft

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Doverie – Vertrauen
Unser aktuelles Projekt in Tschetschenien

„Doverie“ (übersetzt: „Vertrauen“) ist eine Initiative in Grozny, die sich hauptsächlich um behinderte Jugendliche und Mädchen aus schwierigen Verhältnissen kümmert.
In ihren Vereinsräumen im Stadtviertel „Stari promislovski“ in Grozny finden sie Möglichkeiten, sich zu treffen, sich auszutauschen, Kurse zu belegen und eine Bibliothek zu nutzen.

Das Interkulturelle Forum unterstützte diese Organisation in den letzten Jahren bereits mehrmals. „Doverie“ führte z.B. in Bergdörfern ein „monitoring“ durch, um völlig mittellose Familien bei der Ausstattung ihrer Kinder mit dem Nötigsten zu helfen. Des Weiteren wurde von unseren Spendengeldern an schwerbehinderte Jugendliche, die die Bibliothek betreuen ein kleiner Lohn gezahlt.

Derzeit arbeitet „Doverie“ mit einer Gruppe Mädchen, deren Familien größtenteils in sogenannten Notunterkünften leben bzw. die bisher als Waisenkinder in Heimen aufwuchsen und nach der Volljährigkeit diese Einrichtungen verlassen mussten.
Diese Mädchen sind kaum beruflich qualifiziert, haben wenig Möglichkeiten, sich selbständig zu entwickeln und außer dem familiären Rahmen (soweit es ihn gibt) in engsten Wohnräumlichkeiten kaum Ansatzpunkte, eigene Entfaltungsmöglichkeiten zu entwickeln und eigene Diskussionsstrukturen zu finden.

Für diese Mädchen schafft das Zentrum von „Doverie“ jetzt die Voraussetzungen, sich zu treffen und sich auszutauschen. Geplant sind Kurse, ähnlich wie bei uns in den Volkshochschulen, um sich fortzubilden. Dazu sollen ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend Referent/innen bzw. Ausbilder/innen engagiert werden.

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Derzeit werden die Spendengelder genutzt, um für die Treffen Getränke und einen kleinen Imbiss bereitstellen zu können. Für diese Mädchen bedeutet das auch ein wenig „Luxus“, den es sonst nicht gibt, denn bis auf die Grundversorgung können ihre Familien für solche Dinge kein Geld aufbringen. Wie für jeden Jugendlichen ist es etwas Besonderes, den Imbiss in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen genießen zu können. Nicht zuletzt ist das auch ein Anreiz, sich diesen neuen Gruppen zu öffnen und Hemmschwellen aufgrund einer Behinderung oder der eigenen sozialen Ausgegrenztheit zu überwinden.

Spenden, die das Interkulturelle Forum 2013 gesammelt hat, werden dieser Initiative zur Verfügung gestellt. Wir sind gespannt, was sich aus diesen Treffen entwickeln wird!

 

Ein Rückblick – Fragen und Perspektiven

Juni 2013

Wer regelmäßig und seit Jahren auf unserer Website nach neuen Informationen und Aktivitäten sucht, wird festgestellt haben: Die Einträge sind rar geworden.

Das hat mehrere Gründe.

Unser Arbeitskreis hat sich 2001 in einer der schlimmsten Phasen des Krieges im Kaukasus gegründet. Es gab wenig Verständnis in der Öffentlichkeit – und schlichtweg wenig bzw. falsche Informationen. Dort setzten wir an. Und wir versuchten, mit unseren finanziellen Mitteln und Möglichkeiten der betroffenen Zivilbevölkerung zu helfen.

Unsere Projekte – ein Rückblick

Dank vieler Sponsoren wie z.B. Sternstunden e.V. und unzähliger Kleinspenden von Gruppen, Schulklassen und Einzelpersonen, viel Engagement durch unzählige helfende und solidarische Hände wie durch unsere jahrelang durchgeführten Bazare können wir zurecht sagen: Dieses Engagement war und ist effektiv. Und: Wir haben die Projekte selbst vor Ort besucht und begleitet.

Das von uns initiierte Frauenzentrum „Frauenwürde“, welches vor 11 Jahren unter kaum vorstellbaren Bedingungen eröffnet wurde, gibt es bis heute.

Frauenhaus in Grozny

Frauenhaus in Grozny

Für die Frauen damals, die als erstes das Zentrum besuchten, traumatisiert durch den Krieg, physisch und psychisch krank, misshandelt, mittellos, war dies in Grozny die erste Hilfe, die sie erfahren konnten nach all den Jahren.

Viele Erfahrungen aus unserer jahrelangen Zentrumsarbeit seit den 80er Jahren, in Friedensgruppen, Frauengruppen, Infoläden, 3.Welt-Läden haben wir dort weitergegeben – und sie konnten dort auch angenommen werden.
Für die meisten Menschen, insbesondere Frauen, waren die Lebensbedingungen durch die gesellschaftlichen Strukturen und letztendlich durch den Krieg vorgegeben. Das Leben spielte sich in der Familie ab und der Verlust des Mannes (unzählige Frauen verloren durch den Krieg ihre Ehemänner und Söhne bzw. oftmals fast alle männlichen Verwandte) hatte gravierende Folgen.
Im Frauenzentrum fanden sie die Möglichkeit, sich in Betroffenengruppen auszutauschen, oftmals überhaupt darüber sprechen zu können (was in den Familien ein Tabu war) und professionelle Therapien zu machen.
Und viele fanden dort auch ein neues Leben in Gesellschaft, wo sie sowohl kreativ sein als auch ein neues soziales Umfeld aufbauen konnten.

Diesen Prozess konnten wir z.B. unterstützen über die Anschaffung von Fitnessgeräten, der Finanzierung von einem Unterstützungspaket von Schwangeren usw.

Bis heute gibt es dieses Zentrum und hat in Grozny und es hat, nicht zuletzt mit viel diplomatischem Gespür für die politische Lage seinen konstanten Platz gefunden.
Aktuell konnte dort z.B. sogar eine Fahrschule für Frauen ihren Platz finden.

Auch die Möglichkeiten für behinderte, jungen Menschen, oftmals Opfer von Minen und Kriegsverletzungen konnte in Grozny durch Räumlichkeiten für die beiden Organisationen
„Let`s save this generation“ und „Reliance“ um einiges erweitert werden.
Durch die entstandenen Zentren, die wir mit unterstützten, fanden die betroffenen Menschen dort Lebens- und Arbeitsräume – und diese Arbeit geht bis heute weiter.

Zarema Zadulaewa, die Leiterin von „Let´s save this generation“, mit der wir jahrelang Kontakt hielten und mit ihr unsere gemeinsamen Projekte durchführten, wurde 2009 nach einer Entführung von Sicherheitsbeamten von Unbekannten ermordet. Ihre Leiche und die ihres Mannes wurden in einem Kofferraum Tage später gefunden. Auch für uns war dies eine schmerzliche, schockierende Erfahrung. Nicht zuletzt deshalb, weil Zaremas Ermordung eine neue Dimension in diesem Konflikt hatte: Sie hatte nicht unmittelbar die politischen Missstände angeprangert, sondern war ausschließlich in der humanitären Arbeit engagiert.
Bis heute gibt es keine Beweise, keinen juristischen Prozess, der dieses Verbrechen aufgeklärt hat. Zumindest ist uns dies nicht bekannt.

Die Schule in Nochtschi-Keloi, deren Wiederaufbau wir mit viel Selbstbewusstsein und Risiko initiieren und einen Großteil der Spenden über das Interkulturelle Forum sammeln konnten, ist seit Jahren in Betrieb und war nicht zuletzt ein Grund für viele Dorfbewohner, zu bleiben. Sie ist die schönste Schule in der ganzen Region geworden. Für die Bewohner/innen, die unter dem Krieg schwer gelitten haben, war dies ein Signal für eine Zukunft – nicht zuletzt von gelebter internationaler Solidarität. Denn es wurde ihnen auf ihre Nachfrage detailliert mitgeteilt, wer alles gespendet hat – sogar mit Photos.

Eröffnung der Schule

Eröffnung der Schule

Was unsere direkte Projektunterstützung angeht, so haben wir uns in den letzten Jahren auf zahlreiche kleinere Aktionen beschränkt.

Das hat verschiedene Gründe.

Zum einen konnten nach der Entstehung der beiden Zentren für die Frauen und Menschen mit Handicaps weitere Sponsoren gefunden werden.
„Augenlicht e.V.“ übernahm für fast 100 Kinder die Kosten für Augenoperationen, auch „ein Herz für Kinder“ wurde zum Sponsor für einzelne Kinder, die schwere Verletzungen durch den Krieg und seiner Folgen erlitten. Wir erinnern dabei an Ansar und Jasmina. Beide wurden durch „ein Herz für Kinder“ nach Deutschland zu Operationen gebracht.

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„Interplast Germany“ unter der Leitung von Dr. Borsche war das erste ausländische Ärzteteam, das 2006 mit einem enormen Aufwand und der tatkräftigen Unterstützung von vielen hier und dort im Krankenhaus in Grozny über 100 Kinder mit Verletzungen operieren konnte. Diese Aktion wurde im darauffolgenden Jahr wiederholt.

All diesen Menschen und Organisationen sagen wir an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank. Nicht zuletzt wurden einige dieser engagierten Menschen, die ihre Arbeit ehrenamtlich verrichten, durch unser Engagement auf die Lage in Tschetschenien aufmerksam und vertrauten auf unsere Informationen und Strukturen, die diese Aktionen möglich gemacht haben.

Wir möchten an dieser Stelle auch an Herrn Alex Jacob, den Leiter von „Augenlicht e.V.“ erinnern, der im Jahr 2010 nach einem langen Krebsleiden verstorben ist. Er fuhr selbst mehrmals nach Tschetschenien, nahm die Strapazen auf sich, machte sich selbst ein  Bild vor Ort und hat vielen Kindern und Familien in Tschetschenien Hoffnung gegeben und unermüdlich in Deutschland,
v.a. in Bad Kreuznach um Spenden für diese Operationen gebeten.

Unsere Kleinprojekte der letzten Jahre (teils durch die Benefiz-Bazare finanziert, teils durch die Spendeneingänge bis heute) waren nicht weniger hilfreich. Wir organisierten für völlig verarmte Familien in den Bergdörfern Geldspenden. Einer Familie in Wedeno, die alle ihre Kinder verloren hat und nun die Enkelkinder aufzieht, konnte mit einer Geldspende geholfen werden, um die notwendigsten Anschaffungen für die Kinder und für die Instandsetzung des Wohnhauses, das einer Ruine glich, tätigen zu können. Große Organisationen haben oftmals ihre Richtlinien, so dass Einzelschicksale dabei nicht berücksichtigt werden. In diesem Falle konnten wir unbürokratisch aktiv werden.

Ein weiteres Projekt war der Aufbau einer Bibliothek und eines Computers für „Reliance“. Aufgrund des niedrigen Bildungsniveaus in Tschetschenien nach dem Krieg, wo Bibliotheken nieder brannten und unzählige Lehrer/innen und Professor/innen starben oder flohen, waren wir der Meinung, das dies – wenn auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein – ein Anfang ist.
In diesem Rahmen wurden z.B. auch einzelne Jugendliche, die auf dem Arbeitsmarkt
(80 % Arbeitslosigkeit) keinerlei Chancen haben, mit ein wenig Honorar für die Verwaltungsarbeit der Bibliothek finanziert.

Unser aktuelles Projekt läuft seit Mai 2013  in Zusammenarbeit mit „Reliance“, die mit mittellosen und schlecht ausgebildeten Mädchen aus den Flüchtlingsunterkünften Workshops durchführen werden.

Wir halten die Leser/innen auf unserer Website weiterhin über die Durchführung dieser Projekte auf dem Laufenden. Und können versichern: Die Spenden kommen an und werden auch dafür verwendet und gebraucht.

Zur politischen Entwicklung in Tschetschenien

Unsere Position in den Anfangsjahren unseres Arbeitskreises war in erster Linie, dass wir politisch verfolgte, im Exil lebende Tschetschen/innen eine Stimme in der Öffentlichkeit geben wollten. Unsere Gäste waren z.B. der Schriftsteller Apti Bisultanov, der Menschenrechtler Imran Escheev, die Journalistin Mainat Kurbanova, die von uns eingeladen wurden und deren Kommen dankenswerterweise vom Kulturreferat München und der Petra-Kelly-Stiftung unterstützt wurde.
Wir organisierten die Aufführung des Theaterstücks „Zatschistka/Säuberung“ von Paul-Georg Dittrich im Gasteig und zeigten den Dokumentarfilm „Lieber Muslim“ der Filmemacherin Kerstin Nickig über das Schicksal einer Flüchtlingsfamilie in Polen.
Das Schicksal der Flüchtlinge in Europa und Deutschland war für uns ebenso ein Thema.

Unsere politischen Forderungen als Arbeitskreis waren zu Zeiten des offenen Kriegs zwischen russischer Regierung und den Rebellen die Durchführung von Friedensverhandlungen.

Mit dem Tod bzw. der Ermordung Aslan Mashadows (der zuletzt 1997 in der unter OSZE- Beobachtung durchgeführter Wahl mit mehr als 60 % der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten ernannt wurde) änderte sich die Lage dramatisch.

Aslan Mashadow war ein politischer Führer, der von einem Großteil der Bevölkerung anerkannt und geachtet wurde, dessen Intention stets Friedensverhandlungen waren. Bei seinem zuletzt einseitig ausgerufenen Waffenstillstand (im Jahre 2005) hielten sich selbst radikale Widerstandsgruppen an seine Direktive.

Eine Woche nach der Waffenruhe zur Beendigung des Kriegs wurde er bei einer Spezialoperation des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ermordet.
Mit ihm starb die Hoffnung auf jegliche demokratische Entwicklung durch Friedensabkommen und eines möglichen Autonomiestatus von Tschetschenien innerhalb der russischen Föderation.

Seit dem Tod Mashadows und insbesondere seit der Ernennung von Ramzan Kadyrow zum Präsidenten der tschetschenischen Republik durch die oberste politische Instanz Russlands, Putin, ist es Russland gelungen, mit einer extrem autoritären Politik die Lage zu stabilisieren und den sog. Wiederaufbau der Republik voranzutreiben. Der Preis dafür war die Errichtung einer Schreckensherrschaft der so genannten Kardyrowzy, also der berüchtigten Paramilitärs und Polizeikräfte des Regimes.
Kadyrow bestimmt bis heute nicht nur die Sicherheitsorgane, sondern das gesamte öffentliche Leben, einschließlich aller Presseorgane und Medien.
Begünstigte in der Republik sind seine Anhänger: in den Universitäten, auf dem Arbeitsmarkt, in der Verwaltung, in den Medien, auf dem Wohnungsmarkt. Jeder, der sich ihm gegenüber kritisch äußert, wird mit Repressalien bedroht bzw. bestraft.
Bis heute werden Menschen verschleppt, deren Schicksal unbekannt ist.
Familien sog. noch aktiver Rebellen werden mit Sippenhaft bestraft. Häuser von Eltern, deren Sohn als Rebell gilt, werden zerstört.

Demonstration in München

Demonstration in München

Die in ein mittlerweile islamistisches und nationalistisches Lager gespaltene bewaffnete Opposition wurde damit aber nicht völlig besiegt. Insbesondere das islamistische Lager, das sich in den letzten Jahren auch an internationalistische gihadistische Netzwerke angenähert hat, wurde damit nur in andere Teile des Nordkaukasus abgedrängt. Während Tschetschenien also dank der extremen Repression relativ sicherer wurde, ist die Sicherheitssituation in anderen russischen Republiken des Nordkaukasus zunehmend schlechter geworden, allen voran in Daghestan.

Die Gründe für die anhaltende Gewalt im Kaukasus gehen bis heute nicht zuletzt auf die ungelösten Konflikte und Unabhängigkeitsbestrebungen zurück, die seit der russischen Kolonialisierung im 19. Jahrhundert stets mit Repression unterdrückt wurden.

Weder Russland noch die internationale Öffentlichkeit haben sich bis heute um die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen in der Region gekümmert.
So konnten seit dem letzten Tschetschenien-Krieg immer mehr gihadistische Gruppen, die vielfach nicht aus der Region selbst kommen, in Tschetschenien Fuß fassen.
Russlands Regierung benutzt diese Entwicklung, um jede Unabhängigkeits- und Autonomieforderung in Tschetschenien gleich als terroristisch zu denunzieren. Letztlich haben wir es im Nordkaukasus mit einem anhaltenden Kolonialkonflikt zu tun, der durch externe Player zusätzlich verschärft wird.

Die politische Führungsriege in Tschetschenien

Das System Kadyrow bedient sich seit Jahren in ihrer Regierungsmacht mafiaähnlicher Methoden, mit dem es seinen Führungsanspruch zementieren will.
Unter den Kadyrowzy befinden sich viele Kriminelle und Ramsan Kadyrow selbst ist der Kopf dieser kriminellen Organisation, die  auch in Westeuropa aktiv ist und gegen tschetschenische Oppositionelle vorgeht. In Wien wurde der Asylbewerber Umar I. 2009 auf offener Straße ermordet. Verstrickungen in diesem Mordfall bis in die Regierungsebene von Kadyrow kamen – jedoch ohne politische Folgen – zu Tage.

„Eine komplizierte Mischung aus archaischer Gewalt, stalinistischer Diktatur und ein künstlich erzeugter islamischer Fundamentalismus“ – so beschrieb vor wenigen Jahren Jonathan Litell, ein französischer Schriftsteller, in einem Interview die Lage in Tschetschenien heute.

Nicht zuletzt deshalb, dass dieses System, das man Tschetschenien übergestülpt hat, weder der traditionellen Lebensweise noch der religiösen, sufistisch-geprägten Weltanschauung entspricht, werden die Stimmen gegen das System Kadyrow  lauter – trotz anhaltender Repressalien.

Viele Tschetschen/innen jedoch versuchen nach wie vor zu fliehen. Der Flüchtlingsstrom von Menschen aus dem Kaukasus nach Westeuropa reißt nicht ab. Viele Tschetschen/innen sehen in diesem System keine Perspektive mehr, obwohl es der traditionellen Heimatverbundenheit entgegensteht.

Eine politische Lösung dieses Konflikts ist heute viel schwieriger, als es in den 1990er Jahren gewesen wäre. Grundsätzlich müsste es dazu aber die Bereitschaft geben, eine politische Lösung anzustreben, die auf demokratischer und menschenrechtskonformer Vorgangsweisen basiert. Aber dies ist nicht der Fall.

Letztlich müssen die Tschetscheninnen und Tschetschenen selbst über ihre Zukunft entscheiden.

Eine so nachhaltig vom Krieg zerrüttete Gesellschaft bräuchte intensive Hilfe auf internationaler Ebene: ökonomisch, politisch und mit dem Aufbau einer professionellen psychotherapeutischen Versorgung.

Auf dieser Ebene werden wir als Arbeitskreis Tschetschenien weiterhin aktiv sein.
Und mit Veranstaltungen wie zuletzt mit Mainat Kurbanova zum Thema: „Frauen in Tschetschenien heute“ versuchen, einen nicht zuletzt internationalen Diskussionsprozess in Gang zu halten.

Hinweis:
Einzelne Einschätzungen wurden aus einem Interview mit dem Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger mit dem Titel „keinerlei Ansätze für friedliche Lösungen des Konflikts“ entnommen.

Buchempfehlung:
Jonathan Littell: „Tschetschenien, Jahr III“, erschienen im Berlin Verlag

Wenn Sie für die Arbeit unseres Vereins oder für unsere Projekte in Tschetschenien spenden möchten, hier unsere Bankverbindung:

Interkulturelles Forum e.V.
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BIC: BFSWDE33MUE
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Stichwort „Spende für den Verein“ oder „Tschetschenien-Hilfe“