ANKER – Zentren Die bayerischen Abschiebelager

Montag, 18.11.2019 um 19.30 Uhr
im EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80

Mit dem sogenannten „Masterplan Migration“ der Bundesregierung wurde 2018 die Einführung der ANKER-Zentren (Ankunft – Entscheidung – Rückführung) auf den Weg gebracht. Damit machte der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die bereits seit 2015 in Bayern bestehenden Transitzentren und Sonderlager zum „Exportschlager“ der Asyl- und Integrationspolitik auf Bundesebene.

Der Bayerische Flüchtlingsrat, Ärzte der Welt, unserVeto Bayern, Solwodi und
Bewohner*innen aus bayerischen ANKER-Zentren ziehen nach einem Jahr ihres Bestehens
kritisch Bilanz. Ihr Schluss: ANKER-Zentren machen Gesunde krank und Kranke kränker
und sind Orte struktureller und persönlicher Gewalt, an denen die Sicherheit der
Bewohner*innen nicht gewährleistet werden kann.
Viele von ihnen wissen nichts über das Asylverfahren und ihre Rechte hierbei. Die Verfahren selbst werden in verkürzter Form durchgeführt. Die Asylverfahren werden in Schnellverfahren durchgeführt, in denen die Qualität der Verfahren auf der Strecke bleibt. Wem es gelingt, gegen die Ablehnung durch das BAMF zu klagen, wartet viele Monate und Jahre auf den Ausgang des Gerichtsverfahrens. Unterbringungsdauern über 18 Monaten sind an der Tagesordnung.

Über die aktuelle Situation in den Ankerzentren, die Möglichkeit bzw
Unmöglichkeit einer juristischen Beratung der Geflüchteten in diesen
Zentren und über die Arbeit von ANKER-Watch berichten und diskutieren

* Anna Frölich, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Asyl- und
Ausländerrecht und aktiv in der Rechtshilfe für Ausländer*innen
* Julian Rapp, Projektleiter des Infobus-Projekts Ingolstadt und ANKER-Watch

Veranstalter: Rechtshilfe für Ausländer*innen München, Interkulturelles Forum, ANKER-Watch