AK Islam

Mitte der Neunziger Jahre äußerten sich in unserer Gesellschaft zunehmend Miss­trauen und Feindseligkeiten gegenüber muslimischen Mitbürger/innen. Damals bilde­te sich eine Arbeitsgruppe im Interkulturellen Forum, die zunächst 1996/97 eine Reihe von Veranstaltungen organisierte. Diese sollte laut Ankündigung „pauschalisierende Sicht­weisen und Klischees aufbrechen, gängige Feindbilder hinterfragen und auf „blinde Flecken“ im Blick westlicher Berichterstatter aufmerksam machen.“ Sie wollte außerdem „auf die faszinierende Vielfalt der Länder und Kulturen muslimischer Prä­gung hinweisen und dabei Phänomene, die hierzulande oft Befremden oder gar Besorgnis erregen, im Zusammenhang mit ihrem politischen und sozialen Umfeld betrachten.“ 
Zusätzlich oder im Rahmen der Veranstaltungen bemühte sich die Arbeitsgruppe um die Vernetzung mit muslimischen Gruppen.

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In einem großen Se­minar 1997 organisierte die Gruppe einen Austausch muslimischer und städtischer Vertrete­r/innen mit dem Ziel, dass die Muslim/innen in München stärker und differenzierter wahrgenommen und ihre Rechte besser berücksichtigt werden.
Im Bewusstsein, einige sinnvolle Entwicklungen angeregt zu haben, löste sich die Arbeitsgruppe 1998 auf, nachdem einige ständige Mitglieder aus beruflichen Gründen aussteigen muss­ten.

Seit dem 11. September 2001 hat sich das Feindbild Islam wieder deutlich verstärkt, beeinflusst von innen- und außenpolitischen Entwicklungen im Kontext des „Kampfes gegen den Terrorismus“. Nachdem die Hysterie in der Diskussion über ein mögliches Zusammenleben von Muslim/innen, Christ/innen und anderen in unserer Gesell­schaft Ende des Jahres 2004 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat,  besteht deut­licher Bedarf und großes Interesse von einigen Mitgliedern des Interkulturellen Fo­rums, die Arbeitsgruppe zum Feindbild Islam 2005 wieder zu beleben.