Das Buch der Unmöglichkeiten – Lesung und Gespräch mit Luiz Ruffato

L. Ruffato_Buchmesse_Blaues Sofa_Portrait_Copyright_Theo Bruns_Autorenlesung am 10.10.19 um 19.00 Uhr im EineWeltHaus, Saal EG

Moderation und Übersetzung: Michael Kegler

Die Migration vom Land in die Großstadt und das Leben der einfachen Leute Brasiliens sind die großen Themen des brasilianischen Schriftstellers Luiz Ruffato. Sein jüngster Roman auf Deutsch, Das Buch der Unmöglichkeiten (Assoziation A, 2019), ist ein erschütterndes Sozialpanorama und Anlass für ein Gespräch über die derzeitige Lage in Brasilien.

Luiz Ruffatos fünfbändiger Romanzyklus Vorläufige Hölle ist ein historisches Porträt Brasiliens auf dem Weg von der Agrargesellschaft der 1950er Jahre in die postindustrielle Zeit, erzählt aus der Perspektive der arbeitenden, gewöhnlichen Menschen, die in der brasilianischen Literatur bisher kaum eine eigene Stimme besaßen. Nachdem die Bände Mama, es geht mir gut, Feindliche Welt und Teilansicht der Nacht sich dem Leben und Überleben in den ländlichen Regionen und in Ruffatos Geburtsstadt Cataguases gewidmet haben, wendet sich der vierte Band, Das Buch der Unmöglichkeiten, nun jenen „kleinen Leuten“ zu, die sich in der Megacity São Paulo daran versuchen, in eine höhere Klasse aufzusteigen. Doch so sehr sie auch um bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Kinder ringen, scheitern sie immer wieder an den Gesellschaftsstrukturen. In seinem „kollektiven Roman aus der Perspektive von Individuen“ wechselt Ruffato Perspektiven und Erzählzeiten und vermengt Geschehenes mit Gehörtem zu faszinierenden Collagen: „Meine Bemühung war immer, die Sprache dieser Bevölkerung neu zu erschaffen. Es ist eine Form, die Besonderheiten dieser sozialen Klasse zu zeigen, aber mit Würde, ohne Vorurteile.“

Veranstalter: LUSOFONIA e.V. in Kooperation mit dem Interkulturellen Forum und dem Verlag Assoziation A, mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München
Eintritt: 8,00 / 6.00 Euro