In Planung: Münchner Journalist*innen lesen Texte inhaftierter Kolleg*innen

Am 5.12.2018 im EineWeltHaus München
im Rahmen der Münchner Tage der Menschenrechte

Laut Zahlen der Organisation Reporter ohne Grenzen aus dem Jahr 2017 sind weltweit 326 Jornalist*innen in Haft. Davon 31 in der Türkei, 27 in Ägypten und 13 in China. Und das sind nur die bekannten Fälle. Es ist davon auszugehen, dass es insgesamt wesentlich mehr sind.
Ein vor allem auch in Deutschland bekanntes Beispiel war die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Denis Yücel, der zum Glück aufgrund des Drucks der Politik und der Öffentlichkeit im Februar dieses Jahres aus der Haft entlassen wurde und nach Deutschland ausreisen konnte.

Die meisten inhaftierten Journalist*innen haben nicht dieses Glück und geraten in Vergessenheit. Manche von ihnen sitzen bereits seit mehr als 20 Jahren in Gefängnissen.
So z.B. Lin Youping- Ziyou Bao aus China, die seit Juni 1983 in Haft ist!
Siehe https://www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2017/

„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Artikel 19 der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” der Vereinten Nationen (Dezember 1948).
Wo nicht unabhängig berichtet werden darf und wo Menschen ihre Meinung nicht frei äußern können, werden auch andere Menschenrechte verletzt. Daher ist die Freiheit zu informieren und informiert zu werden stets auch ein zuverlässiger Gradmesser für die Achtung der universell gültigen Menschenrechte in einem Land.
Pressefreiheit ist Menschenrecht!

Allen „vergessenen Journalist*innen“ möchten wir die Veranstaltung Münchner Journalist/innen lesen Texte von inhaftierten Kolleg/innen widmen.
In München arbeitende Journalist*innen lesen Texte einer verschwundenen Journalistin/ eines verschwundenen Journalisten ihrer Wahl, und sie erzählen, warum sie sich den/die Kolleg*in ausgesucht haben.